Sicherheit: Wie sieht es wirklich aus?Die Kriminalität in Brasilien steht häufig im Fokus deutscher Berichterstattung, hierdurch kann leicht ein verzerrtes Bild entstehen, das nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmt. Deshalb hier ein paar Fakten: Die Kriminalitätsrate in São Paulo sinkt seit Ende des 20. Jahrhunderts. Sie ist im Vergleich zu anderen brasilianischen Großstädten relativ niedrig. Unter den Hauptstädten der brasilianischen Bundesstaaten haben nur 3 Städte eine niedrigere Kriminalität. Auf der „Gewalttatenkarte 2008“ nahm São Paulo von 556 Städten und Gemeinden Brasiliens den 492. Platz ein, während es 2006 noch Rang 182 belegte. Innerhalb von zwei Jahren konnte die Mordrate von 48 auf 31 Morde pro 100.000 Einwohner reduziert werden. Allein von 2006 auf 2007 ging die Mordrate innerhalb eines Jahres um 22% zurück. Entscheidende Verbesserungen begannen 1999 und werden auf wesentlich effektivere Polizeiarbeit, vermehrte Zusammenarbeit mit der Bevölkerung sowie Verminderung der im Umlauf befindlichen Handfeuerwaffen zurückgeführt. Wichtig für Sie zu wissen ist, dass die Straftaten meistens in den ärmeren Wohngegenden begangen werden, weswegen Expats, die meist im Inneren der Stadt wohnen, selten direkt damit konfrontiert werden. Hin und wieder sind jedoch auch Touristen und deutsche Entsandte Opfer von Überfällen und in ganz seltenen Fällen auch von Entführungen. Zum großen Teil können Sie Ihre Sicherheit selbst beeeinflussen, durch etwas mehr Achtsamkeit und entsprechendes Verhalten. Aus diesem Grund geben wir in den unterschiedlichen Rubriken stets wertvolle Tipps zur Sicherheit. Im folgende 7 Regeln, die das Risiko eines Überfalls entscheidend minimieren. Sicher bewegen in São Paulo - 7 wichtige Verhaltensregeln (in Anlehnung an Frank Haarich)- Lassen Sie Schmuck und wertvolle Uhren zu Hause. Sie sollten nicht zu Ihrer Garderobe gehören. Digitalkamera, Handy und MP3-Player nicht unbedingt auf der Straße offensichtlich nutzen. Bewahren Sie diese beispielsweise unauffällig in einer Plastiktüte auf.
- Heben Sie Ihr Geld am Automaten nur tagsüber ab, und vergewissern Sie sich, dass Sie nicht allein in der Umgebung sind. Benutzen Sie Geldautomaten in Fußgängerzonen oder in Straßen, die stark frequentiert sind. Sicherer sind Automaten in Shopping-Centern und Supermärkten.
- Geben Sie auf Ihre Kreditkarte acht. Das Klonen von Kreditkarten ist in Brasilien genauso verbreitet wie in Europa. Lassen Sie diese deswegen in Restaurants oder Tankstellen nie aus den Augen.
- Vermeiden Sie einsame Straßen, denn hier präsentieren Sie sich auf dem Silbertablett. Halten Sie sich nachts nicht mehr in den Geschäftszentren auf. Taxis in São Paulo gelten als sicher, nehmen Sie nachts deshalb möglichst ein Taxi, auch wenn es nur 500m sein sollten. Steigen Sie nur in autorisierte Taxis, dies sind weiße Autos, mit Taxischild auf dem Dach, alle haben Taxameter.
- Auch Straßenkinder in Gruppen, im Alter von zehn Jahren oder auch jünger, können gefährlich sein. Sobald Sie welche auf sich zukommen sehen, machen Sie einen großen Bogen, wechseln Sie die Straßenseite, oder gehen Sie in irgendein Ladengeschäft oder Restaurant. Lassen Sie sich nicht von Jugendlichen, die ihren Oberkörper mit einer Decke bedeckt halten, in ein Gespräch verwickeln. Ignorieren Sie sie und gehen Sie einfach weiter. Es kann vorkommen, dass sich unter der Decke eine Waffe befindet.
- Bei Fahrten mit dem PKW sollten Sie grundsätzlich die Türen von innen verriegeln. Meistens verriegeln sich die Türen bei neueren Fahrzeugen schon automatisch beim Losfahren. Erhöhen Sie Ihre Aufmerksamkeit beim Ein- und Aussteigen sowie beim Halt an Ampeln. Nach 22 Uhr können Sie rote Ampeln mit Vorsicht passieren. Legen Sie Ihre Wertsachen wie Handy, Handtasche und Geldbörse nie auf dem Nebensitz, sondern auf dem Boden oder in den Kofferraum des Pkws ab.
- Und für den Fall, dass Sie wirklich in die Situation kommen, überfallen zu werden keine Panik, i.d.R. passiert nichts!!! Vermeiden Sie Widerstand oder abrupte Bewegungen und versuchen Sie nach außen Ruhe auszustrahlen, auch wenn es in diesem Moment eine große Herausforderung ist. Hilfreich ist immer ca. 50 Reais zum Abgeben mitzuführen, das befriedigt den Dieb und schützt Sie vor größeren Gefahren.
Wenn Sie diese Regeln befolgen, sind die Gefahren relativ gering. Die meisten Überfälle passieren aus Unvorsichtigkeit und fehlendem Wissen!!!
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